Auswertung und Ergebnisse der Bürgerbeteiligung

Welche Wünsche und Hinweise wurden in der Auswertung berücksichtigt?

Berücksichtigt sind Wünsche und Hinweise aus der ganztägigen „Bürgerwerkstatt im Zelt“ am Samstag 12. November auf dem Münsterplatz sowie die rund 170 E-Mails mit Eingang bis zum 19. November 2016 (mail@unserneuesschimmbad.de).

In der hier vorliegenden Auswertung sind nur die 1.497 Wünsche und Hinweise berücksichtigt, die sich auf das Nutzungskonzept und den kommenden Architektenwettbewerb des Schwimmbads beziehen (81 Prozent).

Wünsche zum Betrieb des Bades (9,8 Prozent, z.B. Öffnungszeiten, Eintrittspreise) sowie zur Möblierung, Ausstattung o.ä. (4,9 Prozent ) sind in dieser Auswertung noch nicht enthalten (15 Prozent ). Sie werden dann ausgewertet, wenn die Überlegungen zum Bad soweit fortgeschritten sind, dass diese Wünsche bewertet werden können. Äußerungen, die nichts mit dem Thema der Bürgerbeteiligung zu tun haben, oder Äußerungen, die Nutzergruppen oder Nutzungen im Bad ablehnen, (4,7 Prozent ) sind nicht berücksichtigt.

Wie wurde ausgewertet?

Nach erster Sichtung der Metaplankarten, Modelle, Bilder und Emails wurden Kategorien gebildet. Die Metaplankarten und Emails mit mehreren, unterschiedlichen Wünschen wurden zerschnitten und jeder Aspekt dann einzeln auf eine Karte aufgeklebt.

Im nächsten Schritt wurden die Karten und Bilder den Kategorien auf 36 DIN A1 Plakaten zugeordnet. Die sehr vielfältigen Schwimmbadmodelle der Kinder wurden generell der Kategorie „Familienbad“ zugeordnet.

Die Auswertung der 1.497 Wünsche erfolgte nach bestem Wissen und Gewissen. Überwiegend sind die Wünsche eindeutig benannt. Teilweise mussten die vielfältigen Stichworte aber auch interpretiert und zugeordnet werden. Es kann daher nicht hundertprozentig ausgeschlossen werden, dass Zuordnungen nicht der eigentlichen Absicht des Bürgers entsprechen.

Was ist das Ergebnis und was geschieht damit?

Es können rund 88 Prozent der 1.497 Bürgerwünsche im Nutzungskonzept und im Architektenwettbewerb berücksichtigt werden. Der Architektenwettbewerb wurde am 22. Dezember 2016 ausgelobt. Das Nutzungskonzept ist Grundlage der Beschreibung der Aufgabenstellung für die Architekten. Die Karten zur Architektur/Innenarchitektur wurden Anlage der Auslobung beigefügt und dienen den Architekten als Hinweise zur Gestaltung Ihrer Planung.

Die sehr vielfältigen Karten in der Kategorie Motivation/Emotion sind ebenfalls Anlage der Auslobung und verdeutlichen den Teilnehmern des Wettbewerbs die Bedeutung des Schwimmens für die Bonner Bürgerinnen und Bürger.

Die vollständige Dokumentation der Auswertung wird den Teilnehmern des Architektenwettbewerbs digital übergeben.

Berücksichtigung im Nutzungskonzept:

Hinweise für die Architekten:

Nicht berücksichtigt (Erläuterung siehe unten):

Was geschieht mit den Plakaten zur Bewertung der Architektur aktueller Schwimmbäder?

Eine eindeutige Festlegung von Gestaltungsleitlinien ist anhand der Plakate nicht möglich. Die Plakate werden aber den Teilnehmern und dem Preisgericht des Architektenwettbewerbs vollständig zur Kenntnis gegeben. Sie können den Beteiligten wertvolle Hinweise geben, welche Ansichten den Bonner Bürgerinnen und Bürgern gefallen.

Warum wurden die Kategorien Freibad/Kombibad, 50-Meter-Becken und Wellenbad im Nutzungskonzept nicht berücksichtigt?

Warum kein Freibad?

Die Abwägung, derzeit kein Freibad zu errichten, basiert auf mehreren Argumenten. In der Bürgerbeteiligung war der Wunsch nach einem Freibad vorhanden, jedoch nicht von besonders hoher Relevanz. Von 1.497 Anregungen bezogen sich lediglich 34 auf ein Kombibad und nur 19 auf ein Freibad.
Zu berücksichtigen ist zudem in der Abwägung, dass sich auf der westlichen Hälfte des Baugrundstücks eine ehemalige Kiesgrube mit einer Tiefe von bis zu 16 Metern unter Geländeoberkante befindet. Auf dieser Fläche müsste das Freibad realisiert werden, da die östliche Hälfte des Baugrundstücks für den Hochbau des Schwimmbads benötigt wird. Eine Gründung des Freibads (Fundament) im Bereich der Auffüllung wäre aber mit sehr hohem technischen Aufwand und unverhältnismäßig hohen Kosten verbunden.
Aktuell gibt es zudem eine ausreichende Anzahl an Freibädern in Bonn. Sollte irgendwann einmal konkreter Bedarf entstehen, so würde der Platz auf dem Grundstück reichen, um ein Freibad zu realisieren. Allerdings mit den vorgenannten Einschränkungen (Baugrundverhältnisse). Das neue Schwimmbad wird aber eine Reihe von Teilaspekten eines Freibads erfüllen. So wird es die Möglichkeit geben, sich in einem (warmen) Außenbecken, das über eine Schleuse mit dem Erlebnisbecken im Innenbereich verbunden ist, aufzuhalten. Eine Liegewiese, Spiel und Sport in den Freiflächen sollen ebenfalls angeboten werden, um sich bei schönem Wetter auch draußen aufhalten zu können.

Warum kein 50-Meter-Becken?

Ein 50-Meter-Becken wurde häufig gewünscht (95 Karten). Die Kategorie dokumentiert deutlich die Wünsche nach ausgiebigem Schwimmen und nach einer entsprechenden Trainings- und Wettkampfstätte. Deshalb war die Abwägung nicht leicht. Folgende Argumente wurden in der Entscheidung berücksichtigt:
Ein 50-Meter-Becken hätte im Bereich des Familienbades wenig Sinn gemacht, da es den Vereinssportlern nicht zur Verfügung stehen würde. Ein 50-Meter-Becken müsste deswegen im Schul- und Sportbereich untergebracht werden. Für die Schulen ist eine 50-Meter-Becken jedoch nur wenig geeignet. Zum einen ist die Aufsicht für den allein verantwortlichen Lehrer angesichts der Bahnlänge problematisch. Zum anderen ist eine 50-Meter-Becken für jüngere Kinder respekteinflößend.
Das 25-Meter-Becken bietet für das Vereinstraining durchaus Vorteile in der Betreuung durch die Trainer und der Vorbereitung von Kurzbahnwettkämpfen. Sie entspricht der häufigsten Nachfrage der Vereine. Für ambitionierte Sportler steht zudem im Sportpark Nord ein eigenes 50-Meter-Becken zur Verfügung.

Die Teilbarkeit des 50-Meter-Becken mittels einer flexiblen Trennwand wurde diskutiert. Da im Regelbetrieb aber meist 25-Meter-Becken genutzt werden, würde sich das Becken zumeist in getrenntem Zustand (2 mal 25 Meter) befinden. Individualschwimmer, die gerne Langbahn schwimmen, würden vermutlich häufig enttäuscht. Die flexiblen Trennwände sind zudem wartungsintensiv.

Um im neuen Schwimmbad ein wettkampftaugliches 50-Meter-Becken nachzuweisen, müssten zudem mindestens acht Bahnen zzgl. Randabstand oder zehn Bahnen realisiert werden. Da außerdem im Familienbad ein 25-Meter-Becken nachgewiesen werden muss, würde so insgesamt eine sehr große Wasserfläche entstehen. Eine Auslastung (in Bahnnutzungsstunden) dieser Wasserfläche, die weit über dem bisherigen Angebot liegt, ist nach einhelliger Einschätzung der Stadt Bonn, des Stadt-Schwimm-Verbandes Bonn e.V. und der Adam & Partner Unternehmensberatung, Hamburg, auch in einer langfristigen Prognose nicht vorhanden.

Mit dem Sport- und Bäderamt, dem Stadtsportbund Bonn e.V. und dem Stadt-Schwimm-Verband Bonn e.V. wurde dann gemeinsam in Abwägung aller Belange entschieden, das Ein 50-Meter-Becken nicht weiter zu verfolgen. Mit insgesamt achtzehn 25-Meter-Bahnen im Familien-, Schul- und Sportbad wird dem Bedürfnis nach ausgiebigem Schwimmen jedoch nachgekommen. Durch die Realisierung separater Kurs-, Kinder- und Erlebnisbecken wird zudem sichergestellt, dass Individual- und Vereinsschwimmer ungestört ihre Bahnen ziehen können.

Warum kein Wellenbad?

In der Bürgerbeteiligung wurde der Wunsch nach einem Wellenbad nur auf 24 Metaplankarten geäußert. Da ein Wellenbad verhältnismäßig hohe Bau- und Betriebskosten hat, wurde aus gesamtwirtschaftlichen Erwägungen im Nutzungskonzept darauf verzichtet. Es werden jedoch im Familienbad zahlreiche andere Attraktionen angeboten werden (Rutschen, Sprungturm, Warmwasserbecken, Außenbecken u.a.).

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